Film Revue (1948 Issue 5/6)

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in durchaus deutsch klingender Name in der „FILM-REVUE“ — also sicherlich eine deutsche Nachwuchsschauspielerin? Diesmal stimmt die Vermutung allerdings nicht, denn Annette Bach ist längst aus dem Nachwuchsstadium heraus und ‚seit einigen Jahren bereits einer. der be kanntesten Filmstars in Italien. Italien, dessen Filme wieder Weltruhm erlangt und dessen Produktionsmöglichkeiten = a damit wieder ausgeweitet haben, hat auch diese Blume aus dem Norden, die ein geheimnisvolles Schicksal von der Waterkant nach dem sonnigen Süden verschlagen hai, zum Erblühen gebracht. Die Filme, in denen Annette Bach die Hauptrollen spielte, waren alle große Erfolge in Italien und sogar in aller Welt. Man ist immer wieder erstaunt über die Vielseitigkeit dieser schönen, zarten Frau: in ihrem ersten Film .„Mercante di schiave“ (Sklavenhänd‚ler) spielte sie ein derbes Bauernmädchen, in „Labbra serrata“ (Verschlossene Lippen) eine übermondäne Frau der höchsten Gesellschaft, in „Tutta la vita in 24 ore“ (Ein ganzes Leben in 24 Stunden) dagegen eine einfache Schulmeisterin und verlassene Mutter, während sie in ihrem neuesten Film. „Diavoloe Bianco“ (Der weiße Teufel), der vor wenigen Wochen uraufgejührt wurde, sogar die tollkühne Geliebte des ,„Weißen Teufels“, die mit 'verwegenen Männern um die Wetie reitet, darstellt. Das mädchenhafte Wesen der jungen Frau, die schönen Bewegungen ihrer feingliedrigen Hände und die ausdrucksstarke lebensvolle Gebärde lassen bei Annette Bach sofert die gründlich ausgebildete Schauspielerin erkennen, die darüber hinaus über ein erstaunlich umfangreiches Allgemeinwissen verfügt. Mit großer Energie und Zähigkeit hat'sie sich an das Studium fremder Sprachen gemacht und spricht heute neben ihrer deutschen Muttersprache bereits Italienisch, Englisch und Französisch ohne jeden Akzent. Ihre Schauspieiausbildung absolvierte sie an der Schauspielakademie des Deutschen Theaters in Berlin und spielte auch dort während des Krieges die Hauptrollen in verschiedenen klassischen Stücken, worauf sie der Zufall : dem italienischen Film zuführte. Annette Bachs Erfolgsstern hat heute, irog des schnellen Aufstiegs, keineswegs seinen s Zenith erreicht. Sie weiß, daß auch der italienische Film augenblicklich eine oft ans Hemmungslose grenzende Periode der Sensualität durchläuft, an deren Stelle jedoch bald wieder jenes verhaltene Liebesspiel treten wird, das nur große Könner unter den Schauspielern darzustellen vermög&n. Im Zeichen. dieser Entwicklung, die auch schondie neue Mode andeutet, wird Annetie Bachs verhaltene Charakterzeichnung, die sie schon jett aus dem Rahmen des Üblichen erhebt, erst ihre richtigen Mög KENNEN SIE lichkeiten finden. Ob Italien der Schauplag ihrer Glanzzeit sein wird, kann heute noch nicht gesagt werden. Vielleicht findet diese Blume aus dem Norden, die die Sonne Italiens um. Erblühen gebracht. hat, ihre schönste Entfaltung auch wieder irgendwo im Norden?‘ Foto: Aladin i aris ist nicht nur die Stadt der Liebe und die Stadt der Frau, sondern auch die Stadt der Mode. Liebe, Frau und Mode führten dazu, daß ein Paris:r Modeschöpfer jetzt für Liebespaare. die sich gern in den auch während der Übergangstage zum Frühling immer noch ungeheizten und demnach kalten Filmtheatern das Händchen reichen, einen „Liebeshandschuh“ herausgebracht hat. Der „Liebeshandschuh“ sieht wie ein richtiger Fausthandschuh aus, ist aber für zwei Hände berechnet, demnach weit und groß genug, daß sich in seinem wärmenden Schutz zwei Liebende die Hände reichen und darin wärmen können. | Dieser Handschuh ist also kein Hemmschuh, sondern im "Gegenteil! Durch und mit ihm kann man erproben — um mit Herrn Goethe zu sprechen —, ob die Hand, die Samstags ihren Besen führt, sonntags bestens zu karessieren versteht. Auch kann man mit Hilfe dieses Handschuhes Chiromantie treiben, der Lebensund der Liebeslinie sachte entlang fahren; die Schicksalslinie und das Kennzeichen der guten Seelen, die Apollolinie feststellen. Von den Herzlinien, der. Kopfund Intuitionslinie nicht zu sprechen, auch‘ nicht von der Beschaffenheit des Venusberges, der gleich unterm Daumen sachte beginnt und anderen ein N 'rakter, Zukunft und Vergangenheit des Partners, ANNETTE BACH IN DEM ITALIENISCHEN FILM „DER WEISSE TEUFEL“, DER IM JANUAR URAUFGEFÜHRT WURDE. schlägigen Bezirken, aus denen die Handlesekunst ihre Schlüsse zieht. So also gesehen ist. der „Liebeshandschuh“ in Wirklichkeit kein Unterpfand der Liebe, sondern ein Vorwand, -Cha der un Meine Wochenschau befangen sein Händchen dazu hergibt, genauestens kennen zu lernen. Es sei aber auch gebührend auf die Gefahren hingewiesen, die eine solche Wissenschaft mit sich bringt. Nicht, daß es am Schluß eines Filmes der Schönen so ergeht, wie es Schiller in seiner Handschuh-Ballade geschildert hat. Daß der Freier, der Freund, der Genosse und Kamerad anmutiger und unterhaltender Filmtheaterstunden plötzlich den Handschuh der Dame seines Herzens entgesenschleudert: „Den Dank, Dame, begehr’ ich nicht!”, da er-nun, dank dem Liebeshandschuh und mit Hilfe der Chiromantie genauestens Bescheid weiß — —. Ob es am: „Liebeshandschuh“ 'oder an sonstigen Dingen gelegen hat, entzieht sich der Kenntnis der Chronisten. Jedenfalls hat vor kurzem der Filmstatist Bressi aus Brook Iyn seine achte Frau geheiratet. Das ist nicht weiter ver ‚wunderlich und ob er den Rekord in Eheschließungen hält, ist keinesfalls erwiesen. Sonderbar ist aber, daß er gleich nach der Zeremonie sich zum nächsten Polizeirevier begab und sich freiwillig einsperren ließ. Um — wie er sagte — „nicht noch mehr | machen‘. Daß er der Einrichtung des „Liebeshandschuhs“ gefröhnt hat, ist nicht erwiesen. | Ob der ‚‚Liebeshandschuh“ ein großes Geschäft wird, muß abgewartet werden. Jedenfalls hat ein New Yorker Wäschefabrikant mit einem anderen „Schlager“ schon jetzt beweisbaren Umsatz und große Geschäfte gemacht. Er ließ die Gesichter bekannter Filmstars auf seine Bettkissen-Überzüge_drucken, die reißenden Absatz fanden. Wenn also jetzt einer kommt und behauptet, daß er mit Marlene Dietrich Wange an Wange geruht habe, so ist dieser Behauptung etwas Skepsis entgegenzubringen, auch wenn eine junge Dame sagt, daß sie neulich, während der nächtlichen Stunden mit William Powell eine sehr innige und zärtliche Begegnung gehabt hätte. Man sieht also aus dieser Tatsache, daß heute nicht mehr ein Ka Gewissen ein sanftes Ruhekissen zu sein braucht Ust Mädchen unglüklih zu