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Nummer 848 Der Ämcmntoacapft Seite 13 MHHNMHHHHMMHMSHHMMHHHHMMHHHBHBMfllHnBHMHMHi Die Zuschläge des Süd&lmhauses. In verschiedenen Fachblättern veröffentlicht Herr Frank-Zeitlcr aus München einen längeren Aufsatz, der die Reorganisation des Reichsverbandes und seine Stel¬ lungnahme zum Zentralverband behandelt. In dem Auf¬ satz wird unter anderem ausgeführt, daß kein Theater¬ besitzer, selbst bei niederen Teuerungszuschlägen, bei der Südfilm-A.-G. in Frankfurt und ihren Filialen billigere Filme erhalten könne als bei den dem Zentralvcrband angeschlossenen Finnen, weil die Südfilir.-A.-G. in ihre Grundpreise schon 80 Prozent Tcuerungszuschläge cin- kalkuliert habe und demgemäß annähernd die doppelten Grundpreise wie die Mitglieder des Zentralvcrbandes besitzt. Gegen diese unrichtigen Ausführungen nimmt die Lei¬ tung der Südfilm-Zentrale in Frankfurt Stellung und bittet unsere Frankfurter redaktionelle Vertretung, die Sache richtigstellen zu wollen. Sic erklärt: „Es entspricht den Tatsachen, daß bei einzelnen Ver¬ trägen die besagten 80 Prozent in den Leihmiet.-n ent¬ halten sind, was immer besonders auf dem Bestellschein vermerkt ist. Diese einkalkulierten 80 Prozent werden aber — was das wichtigste ist — bei der Berechnung von Teucrungszuschlägen stets berücksichtigt, so daß von Grundpreisen, die doppelt so hoch sind als bei den Zentralverbandsmitgliedem. nicht die Rede sein kann Ein Beispiel: Bei einem Grundpreis von 10 000 Mark wäre am 1. Mai 1922 ein Aufschlag von 5000 Prozent vor- geschriebcn, was eine Summe von 510 000 Mark ergäbe. Bei einem Grundpreis von 18 000 Mark, das heißt ; nklu- sive des Zuschlags von 80 Prozent, käme lediglich ein Zuschlag von 2734 Prozent in Frage = der Endsumme von 510 120 Mark." Nach dieser Darstellung wäre allerdings der Vorwjrf des Herrn Frank-Zeitler unberechtigt. Wir sehen aber nicht ein, wie man auf 2734 Prozent kommt, hier liegt eine Unklarheit, die für den Theaterbesitzer auch eine Unsicherheit bedeutet. Nach den letzten Erklärungen der Firma scheint sie ja doch zu den Zuschlägen des Zentralverbandes zurück¬ zukehren. Damit ist dann die ganze Frage erledigt. Der beliebteste Filmstar. Das Pariser Fachblatt „Eve" hat eine Rundfrage ver¬ anstaltet- „Welches sind die bekanntesten und beliebte¬ sten Filmstars?“ Das Ergebnis gestaltete sich folgendermaßen: Mary Pickford: 11 384. Leon Mathot: 8209, Pearl W.the: 6785. Musidora: 4743. Nazimova: 3717, Mae Murray 2956. Lilian Gish: 2344. Emmy Lyan: 2665. Douglas Fairbanks: 7086, Chaplin: 6492. Andre Nox: 2312, Max Linder: 2312 Stimmen. Daß deutsche Filmdarsteller in dieser Statistik gar keine Rolle spielen, ist natürlich eine Folge der politi¬ schen Verhältnisse. Der neue Dea-Grofjfilm Manuskript L. A. Fckctc und Heilbom * Kürtoitx. Grüße aus Stockholm. Aus Stockholm sendet uns der Schauspieler Bob Scf olz von der Arbeit herzliche Grüße, die wir hiermit ebenso herzlich erwidern. Filmexpedition um die Welt. Soeben ist eine Filmexpedition nach Deutschland zurückgekehrt, die unter Führung von Direktor Sayta in den Vereinigten Staaten. Kanada. England. Dänemark und den Randstaaten Aufnahmen zu dem ersten Aldini- Film gemacht hat. Aldini ist bekanntlich ein Sensationsdarstellcr. der neben schauspielerischem Können über seltene artistische Fähigkeiten verfüg*.. In New York verwendete man Flug¬ zeug und Wolkenkratzer zu interessanten Tricks. Auf der Überfahrt, die mit dem Dampfer „Polonia" zurück¬ gelegt wurde, führte Aldini unter anderem bei voller Fahrt einen Sprung von der hohen Kommandobrücke in das Meer aus Die Verlegung des Schauplatzes in cie ' erschicdcnsten Länder gibt dem Film schon rein äußerlich ein derartig interessantes Gepräge, daß man seiner Vorführung mit besonderer Spannung entgegensehen kann. Aus Film-München. Die Münchener Erstaufführungtheater leiden unter Filmmangel. Seit Wochen schon muß das eine oder andere dieser neuen Theater zu Zweitvorführungen oder Rück¬ griffen in die bessere Vergangenheit übergehen. Wenn nicht alles täuscht, hat aber diese Tatsache auch wieder produktionsfördernd gewirkt. Eis wird in diesem Sommer wieder mehr gedreht werden als im vorigen. Der Hauptanteil entfällt auf die „Emelka". Der von Dr. Alf. Schirokauer erdachte und unter der Regie Seitz' gekurbelte ..Staatsbankerott" ist bereits vorführungs¬ bereit. Neben dieser Tragikomödie ist unter der Leitung Dr. Oftens ein Gesellschaftsfilm „Das rollende Schicksal" begonnen worden. Ferner ist wieder ein historischer Kostümgroßfilm „Der Löwe von Venedig" projektiert, dessen Manuskript auch wieder von Schirokauer stammt. Für die Regie dieser Tragödie der Frührenaissance ist be¬ kanntlich Paul Ludw. Stein verpflichtet worden. Grete Rcinwald für die weibliche Hauptrolle. Bei der Bavaria haben die Aufnahmen des Spielfilms „Der Weg zum Licht" von Geza v. Bolvary, in dem das Dornröschenmärchen mit verarbeitet ist, im bayerischen Gebirge begonnen. Auch im früheren Stuart-Webbs-Atelier herrscht rege Tätigkeit. Der neue Besitzer Ermolieff hat zunächst unter Azagaroff einen psychologischen Film „Ihre Sünde" drehen lassen. Darry Holm ist dabei von der Union zu ihm übergegangen. Als nächstes Drama ist „Zickzack des Lebens" mit Wladimir Gaidoroff und Frau Chows- kaja aus Stanislavskis Künstlerischem Theater vorgesehen und danach eine Verfilmung von Gogols „Taraß Bulba" projektiert. Dazwischen wird in diesem Ateler die Meßter Oftermayer-Gesellschaft ihren ersten Spielfilm drehen lassen. Die Aufnahmen zu „Martin Luther" durch eine beson¬ dere Gesellschaft sind bereits im Gange. — Die Leo-Ge¬ sellschaft hat ihre Absicht, einen „Parzival" zu drehen, aufgegeben, weil das Thema schon zu oft behandelt wurde. — Eine rege Tätigkeit gedenkt auch die von Leipzig nach München verlegte Flag-Produktion unter Direktor Firmans zu entfalten. — Da die Indrafilm-Korporation mit Rücksicht auf die vorgeschrittene Jahreszeit ihre Auf¬ nahmen zum Zarenfilm noch verschieben muß, plant sie inzwischen ein spanisches Werk aus der Zeit der Königin Isabella. Der Titel steht noch nicht fest. Dr. M.