Der Kinematograph (Jan 1907)

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No. 1. Der löiieiwtotniph — büsseldorf deleü-Worte* Q^^:^ III iiciiLS iiiatt erfordert stets einiiie Ueleitworte bei dem ■.isU'ii ^.iiiiii in Jic Ueftentlichkcit, oft schon deswecen. Well S^hnttluiiiiiiv; iiiiJ VerlcKer dem verehrten -- zu- :-:iinüi,:i.'<i i >. m.v kreise die Ueberzeusune beuubrinsen btniuht sein iniissiii. .hi Ikuiuscabf habe in Jer Tat einem drin- genden BcJiirinissc cNtsMioLlicn. Zimul « >nn lu dem dichttii Zeitunsswalde schon Ja iiiul J<>it i U\ ji.'tiiiil-. in spriesst. das um gleteliein Boden Wurzii ia^M.. Anders Ist es mit dem neuen Organ i^r di^ gesamte Prjjek- WoMirnnst Dir MKineoMtograph', das mit dieser Nrnnmer den ersten Schritt in die Oeffentlichiceit ^ am. Die VorführuiiKen von Lichtbildi.rii l:aben in den letzten zehn ]*tarea an Zahl und Oediegentaeit <uk:ciu>niineu. seit dieser '/Mt ist auch eine grosse Industrie fiir die t-ertigstcUnnK der eriorderUciien Apparate entstanden und iortdaoernd werden Portscbritte in dereii VervolUtommnunx gemacht. Von massgebenden Krcutco wurde es Jäher als fühlbare Lücke in der PacUiteratur empfunden, dass bisher bei diesem be- deMenden Aufschwänge einer neuen fOr die Vollisbilduii.; und V'rilksunterhaitantC so filieraus wi..-litiKeii V e r .1 II s ^ Ii .1 11 I i c h u n «r s ni e t b ode imch Iv c i ii ()i^aii g e s k. Ii u 1 I t. II u II r d L- II I N t . das iiber die t'.iruiii;eiiscliait>.'ii de; neuesten /cii ln.iictiu'. lim I itircssciitciikr.isc Xuischliissc ;il't iibcr NeuerscIiciiiuiiKtii am ti.'t.liiiisL:ii.'iii (ubieie. und auch aus» der Praxis heraus wiciitice Miiieiliiii-.:':i \ eii;r. l.s lie.la'l daher nicht vieler Worte. Ulli du I5e;i. l'MlIii, di n iu ui II < ii <jiis Uci l'ui- ielttionskiiiisi „Uer Kinematf>Kraph" /ii ei irfeliieii. Wenn i»r die /eitsciirir. ac: l.h liti>ild-V )rfiihrun;; der Titel „Der Kinematitgraph" xew:ihit «urde. su iineet dies darin seine lierecbtigung, dass tmt der wa>.lise:ideii Ueac>iiiiiMC, di« der K i n e - niatograph In allen Kreisen gefunden, die gesamten Liditbild- Vorfilhmngen an Wert sewonnen haben. Vor ca. II Jahren wurden kinematographische Bilder zum ersten Male aoi der Varietcbiiiiae gezeigt, die Wirknnn der ersten Uarbietum: war derart verblüfien.l, d;.ss Sieh heute :i.i..li jeder -'.er /. :\l e 'ivieri. wo er auf vxei^scr Leinwand einen l.i»enbahti/.u;. in \. •. ^.ii.hkeit licraiibiuuscii sah. Inzwiselieii hat der K-neinaii' :.i|'li ^ Ji die Welt erol)<;rt, sein Gebiet ist nicht mehr Jus Variete uiiu du .sciiaustellerwelt allem, er dient bereits der Wi5si:ns>.l»ait. änderet scits haben Trauen und M.iiiner. aiisuesluttet ni.t der (jabc der liei edsain\eit. zur Mirksanien >tei-.;eruii« ihrer \ i>rtr;iKe lix- \ ortiihruni; .nn Licht- bildern eiiiueschaitct. iiiid mehr denn je stiuint die scli.iuliisti'.;e und \* issensdurstiue .M>.:nMe in die \ ortra. ss;ilc und Sondcrtlieater fGr kineniato):raphische Vorstellungeit. Der Wanderredner mit den belehrenden Bildern.derXheaterdirelctor mit seinen lustigen Sceaen.der Apparate-o. Pilmfa briitant u.-Hand- 1er,das Hilfspersonal und die Besitzer jenerLo- kalitaten. tat denen die Vortrdce und Veraasbiltnn«;cn statt- finden können, karz alle, die an der NutzbarmMdung des Li.:ht- bUder-Vorfübrens ein Interesse haben, werden das Hr. scheinen des ersten Organs dieserBranche.das • ich als Mittler Aller in den Dienst Aller stellt, nur gntheissen und in ieslicher Weise unter- StOtzen. Die Redaktion und der Verlag; des „Kmematoi^raph" werden bestrebt sein, durch reichhaltigen Inhalt und .' a Ii I . e i c Ii e I I I i. s t r a i i " ii e ii das lAitt so aus'.uge- stülten. dass .s w e 11 u I. e i d - ii K i e i s s e i n c r Interes- senten hinaus Beachtung iindcn und somit der Pörderang der P r o j e k 11 (1 n s !> II n s t d i c n e n \\ ird. .luriätische Mitarheitei werden in ein- schnei d e n il e n U e c h t s i r a i n zu Worte kommen und Kei:.Mi beschrankende, oft durchaus nicht gerechtfertigte. Verfügungen in sachlicher Be- gründung Stellang nehoien. wflhrend sich dem redjiktioBellen Teil eis Verzeichnis geeigneter Lokalitüten und eine BezBg«qaelleatabelle an- schliessen werden. Nur einiges von dem. was JDer Kinematoeraph"7u bringen beabsichtigt, konnte in dem knappen Rahmen eines Vor- worte erörtert werden, das Organ der Projektionskunst »iril es aber als höchste Pflicht betrachten, sein Arbeitsfeld si. zu en\ eitern, dass allen Wünschen Rechnung: t:etra..-en werden kann, dass das Erscheinen jeder neuen Niin'mer ttr den Leserkreis Lichtbild-Projektion bedeutet Künstlerische Regi4 M UiMiiialcgraphisdiea .N.iL lidi II, k Verbote«. Nicht i:iel>r allein in den grösseren Varietes tiiioen heute kinc- iiiaioL:raphische \ (irtührungen statt, sondern in eiKciis dazu errich- teten Theatern werden jetzt iu fast allen «rosseren Städten sclbskin- diKe kiiieiiiali.i;rapliiselie \ orstellungeu veranstaltet, die sich auch alleiitliallieii der (iiiiist des Publikums erfreuen. Die Lebensniiacr und LandsclKiits.iuliialiinen aus last allen Liinderii Jer Well, in den verscliiedeiis'.-ii Suiets. interessieren du lireil. ii .Massen de'. I n- blikufiis, sii; haben aber auch einen l>eNiiiiii;iicii Wert iiiu; /war enien W isscMISchaftlichen, den lell iini ikn: \ilv^li.iiiii|i;;suiilei iicli. der Schulen vergleichen iii.i.liu. Diese Aninaiiineii sind icdeni;.lls die wertvollsten auf dem kiiiei'iali.'.;ra|iliisc!ier »Kb ele. alivcsthen von rein wissenschaftlichen </. IL anaioniisclie uiki operative Vor- gänge), die al>er immerhin schon ein Kcbildeteres Publikum bean- spruchen. Zumeist sind die Natur- und natürlichen Aufnahmen, sowie die rein wissenschaftlichen in künstterischcr und ästhetischer Be- ziehung einwandsfrei. Humoristische und phantastische Auinahmen. ilie iiifhr .ler > nterlialtnni( des Publikums dienen suticii. sind da- i-eKeii hauiu . nt .\ eiiiit kunslkristhen Mitteln herttestellt. Man si.'ht I.II |)l:.stiselie Wi,! iiJikeil neben primitivster Hiihneninache; wir sehen iii Wen-., Iieii iiilin;;crs auch bei NatBrai.jiialiinen!) sich in eiiie'ii so li,isti-,;eii lellilio bew etfeii, wie mittelst Ilirwerk beti lebellc l'ii|.|eii II. \. a. IU., was das kiin'-tlerisch-:isll:ells,.lie I iii|iMideii i.i. In iKlei w eiiiv;ei \e:lel/t. Ibei Ist es. wo die h'e;;ie In i den \ iiiiiahiiieii eil./rsel/eii hat. um iiii.ulie lis( iiai'irliclie Hilder aiic i iin l'han- ta--;iswlieii /uci/ielelil I >ie ei-.,eMai li'.;e ' e■ w eiiilliarkeit dt > Kiiie- iii..li.'.;!a|>lieii l.issl es /u, uuicliaiis kiiiisik sei e W irkl iixell .schon bei der Aiiiiialime zu erni.iv;liclii ii. we s su T iiicli mi' pliaiita- siereiche Kompositionen handelt. Her KeK's--eiir s lelier \iiinaliiiieii muss mehr Techniker und mehr Kiinstler s.in al> er I'iilineiire'.:iv- seur. ausserdem muss er auch in v.ew Isser lie/ielim .. em .:es,.liicki., Pälirtensucher sein, dem es ueiiiint, ueeik:nete >.ii.i.iplai/.e tin seine Aufnahmen in der Natur zu iindenl In erster Linie muss dabei bei iicksichtiKt werden, dass die Natur und die .Natiirlichkcil als kalnnen zu Mihe" ea-er K'iiiiipositiun pass-.Mid Kewählt Wird; ge'adc ilie .Natiii ist das Wirksamste, was durch den KiliematOKraphcii i{e/ei'..'t werden kann. I>ie natürliche Plastik bietet einen vollkoni- nietitreii Rai 'icn. als der mit biiliiieiiiechnischei' V\iti -Iii erzeuKte! Ich will damit nicht sauen, da.ss die liiiliiieiilechi >.hen .Mittel Hinz /'.I serineuleii siiul. ;il>er e> soll eine ' ireii/e üe/n.eii werden /ti- schen Naliir iinj Itiilnie! Man \erv.issl smisl Im insiMaimlielieii /.Wiek lies Kineiiiatii'.;ra|>l:eii und /wiiikI ihn ii leii I'leiisl eiiiti i.herüüssiucn >aclie. (irade das. w;i> dir Haine \ersa«l isl. soll uns der Kineniatoui apli /i.i-.;eii: die lebeiidiue Vatlir; nielil die kiinslliche. die «ir tak;t.iv:lich aui der hiiline besser bevx lindern können, als es in einer kiiie.iiatotcraplrischen Kopie (!) mbtclieh ist. Cr soll uns die „Welt des Seins", nicht die >Welt des Scheins'* vereeccnw.'irtigen! Hier iiekrcn auch die (Irenzen. welche hei ein und demseilien Bilde nicht verwischt werden sollen! Mit anderen Worten: Hin und dieselbe Handlung darf sich nicht eben m der „W elt des Seins" abspielen, um im näch.-^ten Moment in die .Welt des Schein" iiberzuuehcn. nur weil die Koinposiiion des Sujets es nicht ziilässt. einen i>assenden Schauplatz, in der Natur zu finden! Ks «ibt in der Natur phantastischere Orte. ;.ls m- sich die kiilmste Phantasie eines Kniistlers kaum trdumen lässt: alltrdiiiKS sind diese Orte nicht minier •.;r.ide «leich hei der Hand und lai'ini ureil'l man /;i AiishilismUtelii. I iiese Viliel alier KniiMeii um ;ls(riil/es, -edoen nicht als Teile aiii;ewaildt weideM. wenn ila Kunst unj i|;s asthciis^lie 'iitiih d. s Publikums mcht darunter iideii 'olleiil Wms ich damit .sai:eii v\ ill, soll ein Beispiel klaileuei:. was imeli nicht einmal zu den krasse.sten Unninulichkeiteii /ähli die ti'aii haiifi'.: zu sehen bekommt: Kiirzlich sah ich die \oriiihrinK des „(iaunei- streiciis in Köpenick"; ein Teil spielt in der Naur vor Kopenicti und vor dem dortigen Rathaus: da nun aber die KöpenicKer Stadt- väter wohl nicht daffir zu halien waren, den „Streich** in ihrem Rathans sich noch einmal vorfOhren zu lassen, sn spielte sich das weitere zwischen BQhneakvlissen ab! Selbstverständlich wurde dadurch der Wert und die Wirkuns des (lanzcn beeinträchtigt, niese Zwanis.slane aber w äre siWort beseitiKt kca esen. hätte man sich benniht. statt des gemalten ..katliaustores" i xeiid ein passendes Tor eines anderen li'eiitlicheii oiler privaten <:eliaiides zu finden, was ohne besoiuleie Sciiw ieri«keilen zu erieich n gewesen wäre — mit der notitieii ..I indiukeit"!! W .rd ein Mii i ieiidrama kincina- to«rapliisc!i \ or.;el;iIirt. so ist es «an/ sell'stve .1 iiidlicli. dass die betr. Aufnahme auch im Kähmen der Bühne o^-niachl wird, ja es Wäre direkt nnkiinstleriach, würde man etaizeue Scenea in einen